Wer ist in Communities aktiv? Die 90–9-1 Regel

12. August 2008 | Von Olaf Nieke | Kategorie: Blog, Social Media Marketing

Communities und Social Networks werden bald auch in Deutschland immer relevanter für die Markenkommunikation. Die Marketingverantwortlichen fragen sich derzeit immer häufiger: Was bringt es für meine Marke? Ist es sinnvoll, in eine Community zu investieren? Wie aktiv sind die Mitglieder? Wer ist in solchen Communities wirklich aktiv, liefert Inhalte und ist kreativ?

Jacob Nielsen gibt in seinem Beitrag "Participation Inequality: Encouraging More Users to Contribute" einige grundsätzliche Antworten.

Insgesamt kann festgehalten werden, dass nur 1 Prozent der User wirklich aktiv sind. Diese verfassen die meisten Beiträge, kommentieren regelmäßig und schnell. 9 Prozent sind ein bisschen aktiv, 90 Prozent lassen sich nur unterhalten oder nutzen es zu Informationszwecken ohne selbst Content einzubringen.

Welche Konsequenzen hat das für den Marketer?

Als Betreiber von Marken-Communities sollte er deswegen darauf achten, Hürden für den willigen Nutzer gezielt abzubauen. Die Mitwirkung sollte in sehr reduzierter und einfacher Form möglich sein. Dies können zum Beispiel einfache Votings leisten, die ein Kommentieren per Klick zulassen und keine freien Texte erfordern. Häufig fällt es Usern leichter, Dinge nicht selbst zu kreieren, sondern nur zu editieren. Belohnungen sollten in jedem Fall nur sehr vorsichtig eingesetzt werden. Ebenfalls wichtig ist es, Qualität zu fördern, so dass zum Beispiel gute, aber eher seltener aktive Mitglieder einer Community nicht von den stets aktiven, eventuell eher oberflächlich schreibenden Mitgliedern, überrannt werden. Deswegen ist es auch wichtig, ein professionelles Content- und Communtitymanagement zu installieren, um die Aktivitäten zu beobachten und immer wieder Anlässe zur Mitwirkung zu bieten (siehe auch Martin Oetting dazu).

Betrachtet man Communities/Social Networks als weiteren Kanal im Media-Mix, so bedeutet das für die Media-Strategie, dass die Investition in Social Networks nicht mit der in klassische Medien wie TV, Print o.ä. vergleichbar ist. Die 90-9-1-Regel kann man sich für eine gezielte und effiziente Kommunikation mit den Meinungsbildern in Communities nutzen. Die Schaltung von klassischen Display Ads ist häufig möglich, wird aber in vielen Communities nicht gewünscht. Deswegen sollten Touch Points für die Marke geschaffen werden, die eine virale Verbreitung der Markenbotschaft ermöglichen. Die klassische Reichweite wird abgelöst durch die Transaktion.

Wenn man sich manche Angebote von Vermarktern ansieht, so scheint die Erkenntnis noch nicht überall angekommen zu sein. Das ist aber mal ein Thema für einen eigenen Beitrag.

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Ein Kommentar
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  1. […] Nun … das ist ja kein über­ra­schen­des Phä­no­men, wenn man bedenkt, dass nach der sog. 90–9-1-Regel gerade mal 1 Pro­zent der Mit­glie­der auf Platt­for­men aktiv Inhalte pro­du­ziert und […]

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