Was funktioniert im Web 2.0? ARD / ZDF-Online-Studien 2007-2008

12. August 2008 | Von Melanie Licht | Kategorie: Blog, Mediaforschung, Social Media Marketing, Zahlen, Daten + Fakten

Die Möglichkeiten des Web 2.0 stellen den Usern im WorldWideWeb eine Fülle an aktiven Kommunikations- und Beteiligungsmöglichkeiten. Web 2.0 wird auch das “Mitmachnetz” genannt.

ARD und ZDF haben sich innerhalb ihrer aktuellen Studie über die Onlinenutzung in Deutschland gezielt mit der Nutzung des Web 2.0 beschäftigt. Sie unterteilen die folgenden Angebotsformen bzw. Nutzungsformen:

  • Virtuelle Spielwelten wie zum Beispiel “Second Life”, d.h. künstliche internet-basierte Welten, die hauptsächlich von den Nutzern gestaltet werden und sich in diesen Welten mit ihrem Avatar (ihrer persönlich geschaffenen fiktiven Figur) bewegen.
  • Weblogs (kurz Blogs): Die sogenannten Blogger fungieren dabei als “Journalisten” ihrer eignen Onlineangebote und führen eine Art Online-Tagebuch. Leser dieser Angebote können die Beiträge lesen und kommentieren. Die Blogs werden durch die gegenseitige Verlinkung im Internet relevant.
  • “Wikipedia” ermöglicht allen Internet-Usern in diese Online-Enzylkolpädie Artikel einzustellen oder zu verändern. Das Portal lebt von dem Wissen der Masse der Internet-User.
  • Bilder- und Videocommunitys wie zum Beispiel “flickr” und “YouTube” bieten Usern eine Plattform, sich mit ihren eigenen Bildern und Videos zu präsentieren, diese können von anderen Usern kommentiert und bewertet werden. Es findet eine Vernetzung der User statt.
  • Soziale Netzwerke/Communities sind die Kontakt- und Beziehungsnetzwerke im Internet. Es gibt beruflich orientierte Netzwerke wie zum Beispiel “XING” oder private wie zum Beispiel “MySpace”, “StudiVZ” und “Wer-kennt-Wen”?. Die User stellen auf diesen Plattformen ihr Profil ein und vernetzen sich via Klick mit anderen Mitgliedern der jeweiligen Community.
  • Soziale Lesezeichensammlungen wie “del.icio.us” oder “Mister Wong” bieten den Usern eine Plattform, um ihre Bookmarks (persönlichen Lesezeichen) anderen Usern zur Verfügung zu stellen.

Insgesamt zeigt diese Studie auf, dass im Moment nur eine geringe Zahl von deutschen Onlinern auf diesen Plattformen selbst für Inhalte sorgt. Der überwiegende Teil der User konsumiert nur. Nach dieser Studie rufen zwar 51 Prozent Inhalte auf Videoportalen ab, die aber nur von knapp 3 Prozent auf diesen Plattformen eingestellt wurden. Somit kann gesagt werden, dass für die meisten User das Mitmachnetz über Web 2.0 Entertainment- und Infotainmentfunktionen erfüllt und nur für wenige User eine Plattform, um aktiv Content zu gestalten und zu vertreiben. Nun … das ist ja kein überraschendes Phänomen, wenn man bedenkt, dass nach der sog. 90-9-1-Regel gerade mal 1 Prozent der Mitglieder auf Plattformen aktiv Inhalte produziert und publiziert.

Eine Ausnahme bilden hier offensichtlich die  Communities. Diese verzeichnen zurzeit in der privaten Nutzung die höchsten Zuwächse unter den Web-2.0-Anwendungen. 10 Prozent der Onliner sind laut der Studie täglich in ihren Communities unterwegs. Im Vorjahr waren es nur 2 Prozent. 29 Prozent der Onliner sind mindestens in einem privaten oder beruflichen Netzwerk Mitglied. Schaut man in die Zielgruppensegmente, so sind unter den 14-19jährigen 75 Prozent hier aktiv und unter den 20-29jährigen immerhin noch 61 Prozent.

Innerhalb von Communities wird der Mitmachgedanke wirklich gelebt. Profile werden angelegt, Gemeinschaften gegründet, gemailt und von der Gemeinschaft aktiv partizipiert. Gerade die internen Mail-Funktionen werden von den Jüngeren sehr aktiv genutzt und ersetzen zum Teil die Nutzung von klassischen e-Mail-Accounts, da sich häufig der komplette Freundeskreis in der jeweiligen Community befindet.

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