Die beiden neuen Internationalen – Was ist mit Vanity Fair und OK los?

5. August 2008 | Von | Kategorie: Blog, Medien, News

International sind “Vanity Fair” und “OK” Stars. Doch wissen das die deutschen Leser? Das beantworte ich mit einem klaren „nicht unbedingt”. Beide Titel haben es zurzeit nicht sehr leicht im deutschen Vertriebsmarkt. Gegen die Dickschiffe wie Stern, Bunte & Co. anzukommen verlangt auf jeden Fall Durchhaltevermögen.

“Vanity Fair” ist bereits IVW-gemeldet und schneidet in der IVW II/2008 mit einer verkauften Auflage von 190.585 Exemplaren ab. Zu “OK” haben wir eine Auflagenzahl aus dem März von der dritten erschienenen Ausgabe von 160.000 verkauften Exemplaren offiziell über kress-online finden können. Zum Vergleich: “Bunte” liegt laut IVW II/2008 bei 709.599 und “Gala” bei 365.614 verkauften Exemplaren.

Auch der Anzeigenmarkt ist in den letzten Jahren gegenüber neuen Printtiteln verhaltener geworden. Die neuen Titel werden nicht mehr einfach so – wie noch in den 90iger Jahren üblich – mal mitbelegt, Einführungsrabatte und der Werbeeffekt der Titeleinführung genutzt. Erstmal abwarten heißt die Devise. Es gab zu viele Titel, die nach kurzer Zeit wieder vom Markt verschwunden sind: “Tango”, “Vivian”…

Gerade “Vanity Fair” hätte man mehr zutrauen können, denn das Konzept ist jung, das Layout ungewöhnlich, der Themenmix breit. Außerdem schwimmt Condé Nast ohnehin nach dem Mega-Erfolg von “Glamour” auf der Verlags-Sieger-Welle. Gute Kombinationsmöglichkeiten mit den anderen Condé Nast-Magazinen können genutzt werden, denn die angesprochenen Zielgruppen passen gut zueinander. Es wird interessant sein, wie lange Condé Nast durchhalten wird, diesen Titel in Deutschland aufrecht zu halten und wie erfolgreich der neue Chefredakteur, der bereits am Werk ist, die Feinjustierung inhaltlich und optisch vornimmt.

“OK” hat es deutlich schwerer, denn anderes als Condé Nast erscheint dieser Titel in einem Verlagshaus, dass gerade anzeigenvermarktungs-technisch bisher nicht groß in Erscheinung getreten ist. Der Schwester-Titel IN war das erste Magazin von Klambt, das anzeigen-orientierter positioniert wurde als die anderen Magazine des Verlages. Bezüglich IN macht man nun gemeinsame Sache mit Gruner & Jahr. Ob das das richtige Signal an den Markt ist? Frei nach dem Motto, wir haben den Anzeigenbereich in IN nicht zum Fliegen gebracht, jetzt dürfen die Profis ran. Wir werden sehen, ob wir in einigen Monaten ein IN mit vielen schönen bunten ganzseitigen Anzeigen sehen werden.

Der Markt an Peoplemagazinen in Deutschland – vorweg Hubert Burda’s “Bunte” und Gruner + Jahrs “Gala” – ist erfolgreich und prominent besetzt. Außerdem ist fraglich wie lange sich generell der Promi-Boom in der Medienlandschaft noch hält.

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