Warum “marketing mal anders”?

4. Juli 2008 | Von | Kategorie: about crossmarketing, Blog, Leitartikel

Wir sagen „Marketing mal anders” gerne und zwinkern dabei gleichzeitig mit einem Auge, denn wir denken nicht, dass man Marketing wirklich neu erfinden kann und muss.

Viele neue Medien, wie die Technologie des Web 2.0 und die Kommunikation über mobile Endgeräte, schaffen zwar neue Wirkungsstätten für das Marketing. Doch die älteste Form der Werbung, die Mund-zu-Mund-Propaganda und die Weiterempfehlung über Freunde, ist modern wie nie.

Dennoch bleiben die Mechanismen. Die Klaviatur des Marketings bleibt. Produkt-, Preis-, Distributions-, und Absatzpolitk sind die vier P’s des Marketing-Mixes, um auf dem Zielmarkt seine Marketingziele zu steuern. (Vgl. Kotler s. 98)

Nach wie vor geht es in erster Linie darum, für Produkte, Angebote und Dienstleistungen die Aufmerksamkeit des definierten Zielpublikums zu erlangen. Aufmerksamkeit ist ein sehr knappes Gut, das sich nicht beliebig erweitern lässt (vgl. Ökonomie der Aufmerksamkeit/Georg Franck).

Die mit Medien verbrachte Zeit und die Medienvielfalt nehmen zu. Der Konsument nutzt Medien deutlich selektiver, parallel und teilweise auch oberflächlicher als früher. Durch die Entwicklung im Internet – insbesondere der Möglichkeiten des Web 2.0 – kann er selbst zum Produzenten von Leistungen, zum Autor von Beiträgen und Empfehlungen und sogar zum Experten (s. Wikipedia) werden. Er entscheidet selbst, wo, wann und welche Information er konsumiert. Gleichzeitig wird die Welt zum vernetzten Dorf Gleichgesinnter.

Dadurch wird Massenkommunikation nicht abgeschafft, aber sie erhält in einer Art „Parallel-Welt” einen Bruder, den der Nischenkommunikation, die durch ihre unendliche Menge an Möglichkeiten wieder in der Summe zu einer nahezu unendlichen Masse wird (Stichwort Long Tail). Einzelne Interessen oder Problemstellungen können wesentlich gezielter und zielgruppen-affiner behandelt werden.

Genau um diesen Schulterschluss des klassischen Marketings und der neuen kommunikativen Welt kümmern wir uns. Wie vernetzt man die Disziplinen der klassischen Reichweiten-Kommunikation über TV, den PR-Aktivitäten, Handelspromotions, des Pricings und Direktmarketings zum Beispiel mit Aktivitäten in Social Networks oder der Kommunikation von Bloggern? Wichtig ist es, die Augen offen zu halten und die besten Nischen für sein Produkt, sein Angebot oder seine Dienstleistung zu finden und zu dominieren. Dies über eine glaubwürdige, wieder erkennbare Idee oder Geschichte, die am Ende des Tages verkauft.

Bild: Margarete Singer Fotografie
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